Seit meiner Geburt habe ich einen Sehfehler.
Dieser wurde durch Ärzte herbeigeführt.
Mit 12 Jahren hatte ich einen Unfall.
Dabei entstand eine Verletzung im Augen Hintergrund,
die von den Ärzten auch nicht bemerkt wurde.
Mit 17 wurde ich dann entgültig blind.
Meine schulische Bildung
habe ich mit der mittleren Reife abgeschlossen.
Mein Berufswunsch war damals
ein Katalysator zwischen Sehenden und Blinden,
sowie anderweitig Behinderten zu sein.
Aus diesem Grund ergriff ich den Beruf Erzieherin.
war mein Leben eigentlich ziemlich schwerelos, wobei ich
durch den Aufenthalt im Brutkasten schon nicht gut gucken konnte. Durch die
zu hohe Sauerstoffzufuhr haben sich die Netzhäute nicht richtig an den
Augäpfeln angelegt. Bei einer gründlichen Augenuntersuchung, 13 Jahre
später, wurde dann auch noch festgestellt, dass ich
während ich bei meiner Mama im Bauch heranwuchs, die Röteln gehabt haben
muss.
Alles in allem hatte zur Folge, das ich sehgeschädigt wurde.
Davon ahnten meine Eltern erstmals noch nichts. Doch einige Monate später
fiel meiner Mutter auf, dass ich mich erst zu freuen begann, wenn sie
unmittelbar vor meinem Gesicht mit der Milchflasche auftauchte. Mit 10
Monaten ging sie dann mit mir zum Augenarzt und er fand heraus, dass ich
hochgradig kurzsichtig war. Damit ich besser sehen konnte, bekam ich mit 2
Jahren schon eine Brille verschrieben. Des weiteren teilte er meiner Mutter
mit, das wenn ich ein Baby bekäme, möglicherweise das Augenlicht verliere.
Man kann sich Auf diese Aussage heute nicht mehr berufen, denn als ich
in anderen Umständen war, sah ich einige Jahre bereits schon nichts mehr.
Ich wollte bei Karstadt nur Wasserflöhe für meine Goldfische einkaufen
gehen, da fuhr mich ein Rechtsabbieger beim überqueren der Straße an. Durch
den Aufprall auf´s Straßenpflaster begann es im Augenhintergrund beider
Augen zu bluten.
Das wurde damals nicht von den Ärzten im Krankenhaus erkannt.
Sie guckten nur mittels einer Taschenlampe in meine Augen und befanden, das
nichts beunruhigendes in meinen Augen zu sehen war. Sie entließen mich nach
drei Wochen aus dem Krankenhaus, mit den Worten, das ich wieder gut
hergestellt sei.
Im laufe eines Jahres verschlechterte sich das Augenlicht rapide, was mir
als Kind von 13 Jahren nicht bewusst wurde. Ich spürte zwar, dass irgend
etwas mit meinen Augen nicht stimmte, aber ich ließ das Gefühl gar nicht an
mich heran kommen, weil ich das durch einen Klassenkameraden hautnah
mitbekommen hatte, dass dann ein Wechsel zur Blindenschule nicht mehr
unumgänglich wurde.
Das wollte ich natürlich nicht. Es wurde mir erst richtig gewahr, dass sich
mein Augenlicht verschlechtert hatte, als ich meine eigene Schrift nicht
mehr erkannte.
Zuerst dachte ich, das wäre nur ein böser Scherz, das ich in meinem
Schulheft nichts mehr von dem vorfand, was ich vorher geschrieben hatte,
die Worte noch klar und deutlich erkennen konnte.
Es keimte in mir überhaupt nicht der Gedanke auf, das ich jetzt plötzlich
noch schlechter sah, sondern ich war der Meinung erlegen, das ich zu viel
mit dem Tintenteufel herum gewirtschaftet hatte.
Ich lief zu meiner Mutter hin und stellte ihr die Frage, ob da wirklich
nichts mehr stehen würde?
Sie sah mich mit entsetztem Gesichtausdruck an, wie du siehst Deine eigene
Schrift nicht mehr, stieß sie ungehalten hervor.
Da bekam ich es selbst nun mit der Angst zu tun und fing gleich darauf hin
an zu weinen.
Daran erinnere ich mich noch gut, als würde dies heute passiert sein. Die
Tränen in meinen Augen nahmen mir die Sicht. Ich sah wie aus einem
Regenverschmiertem Fenster in das Gesicht meiner Mutter.
Da erkannte meine Mama, was sie mit ihrer Reaktion angerichtet hat und
lächelte mich freundlich an.
Sie legte mir einen Arm um die Schultern und bat mich, mein Schulheft in dem
Schulranzen zu legen.
Am nächsten Tag ging sie mit mir zum Augenarzt.
Im Wartezimmer bemühte ich mich noch jedes Detail haarklein zu erkennen..
Der Arzt hielt mir die Hand hin um mir guten Tag zu sagen, ich sah sie aber
nicht.
An seinem Räuspern hörte ich jedoch heraus, das ich etwas übersehen haben
muss. Setz dich bitte auf den Behandlungsstuhl bat er mich. In meinem Kopf
und in meinem Magen rumorte es gewaltig.
Gleich wird die Wahrheit ans Tageslicht kommen, dachte ich mit Furcht und
das machte mich hippelig.
Er träufelte mir unendlich viele brennende Augentropfen in die Augen.
Streichelte meine Hand leicht und sprach beruhigende Worte zu mir, hielt mir
die Buchstabentafel vor die Nase und fragte mich, welcher Buchstabe ist dass
und welcher ist dass?
An seiner Reaktion hörte ich sehr wohl heraus, das die Gewissheit nicht mehr
weit entfernt war.
Er nahm die Brille von seiner Nase und sah mich besorgt an, Silja Du siehst
nicht mehr viel.
Die Stimme meiner Mutter drang dann ungewöhnlich laut an mein Ohr, was heißt
das jetzt defintiv?
Sie muss schleunigst ins Krankenhaus überwiesen werden.
In den Augen bluten Kapillare. Das sind ganz feine Adern, die durch den
Brutkasten beschädigt und porös geworden waren.
Durch den Augendruck, treten jetzt kleinste Bluttropfen aus ihnen. Dadurch
erhöht sich der Augeninnendruck immer mehr.
Vielleicht können wir durch eine Operation die völlige Erblindung noch
abwenden?
Ein Taxi wurde bestellt und wir fuhren ins Krankenhaus.
Ich wagte mich nicht zu rühren und auch nicht meine Mutter zu fragen, was
das nun im Einzelnen für mich bedeuten wird? Die Ungewissheit lähmte mich
und ich glaube auch meine Mutter.
Im Krankenhaus wurden noch mehr Untersuchungen vorgenommen. Mein
behandelnder Augenarzt hatte inzwischen schon die Ärzte dort informiert..
Ich hoffte innerlich, das mir die Ärzte doch helfen können und ließ alles
geduldig über mich ergehen.
Zum Schluss der vielen Untersuchungen sahen mich die Ärzte nur noch
mitleidig an und sagten zu meiner Mutter gewandt, sie muss morgen gleich
operiert werden.
Ich wollte nach Hause, denn ich spürte, das diese Operation keine Besserung
an meiner jetzigen Situation bringen wird.
Meine Mutter brachte mich zur Kinderstation. Die Diensthabende
Stationsschwester zeigte uns das Zimmer wo ich für die nächsten 14 Tage
untergebracht werden sollte.
Hier sagte sie und ließ uns im Krankenzimmer allein zurück.
Im Zimmer stand ein Bett, Tisch, Stuhl und Nachttisch.
Silja, ich werde jetzt gehen, sprach meine Mutter mit heiserer Stimme zu mir,
um Dir Zahnbürste, Schlafanzug zu holen. Nein tobte es in mir, du darfst
mich um Gottes Willen doch jetzt nicht in diesem Zustand allein zurück
lassen. Sie ging und ich legte mich erschöpft aufs Bett und
blickte unverwandt die weiße Zimmerdecke an.
Am Abend kamen mein Vater und mein älterer Bruder mit meinen Utensilien zu
mir ins Krankenhaus.
Mitteilnahmslos saß ich auf dem Bett und dachte, das dies überhaupt nichts
mit mir zu tun hätte.
Die Operation brachte keine Besserung ein, eher das Gegenteil. Jeden morgen
erwachte ich erneut mit der Hoffnung im Krankenhaus auf, das dies nur ein
Alptraum sei und ich bald wieder besser sehen kann.
Bis mich die Hoffnung völlig zermürbte...
Nach einigen Tagen trat die Oberschwester zu mir ans Bett und sprach mit
Engelszungen auf mich ein. Silja, Dein Augenlicht wird nie mehr so sein, wie
es mal war.
Es wird leider schlechter werden, das heißt, es wird zur völligen Erblindung
führen.
Wann dies genau sein wird, kann jetzt noch niemand mit Gewissheit sagen. Wir
haben alles versucht, aber ohne wirklichen Erfolg.
Sie legte eine Hand auf meinen Arm und schaute mir geradewegs ins Gesicht...
Die Tränen liefen nur so an meinen Wangen herunter ohne das ich sie noch
aufhalten wollte.
Ich weinte tonlos und in mir wütete ein Wirbelsturm der mir den Brustkorb
zuschnürte und den Verstand zu rauben schien.
Diese Offenbarung, bald nichts mehr sehen zu können, wollte ich nicht wahr
haben und auch nicht so einfach kampflos hinnehmen. Ich wollte es den Ärzten
zeigen, das sie sich in meinem Fall geirrt haben mussten.
Es half mir ganz und gar nicht, denn die Wahrheit war eine andere.
Viele
Jahre hindurch hatte ich die Hoffnung nicht aufgegeben "doch" irgendwann
wieder etwas sehen zu können, da die Forschung doch immer weitere
Fortschritte zu verzeichnen hatte.
Alsbald konnte ich nicht einmal mehr hell und dunkel voneinander unterscheiden.
In meinen Träumen war ich viele Jahre hindurch nicht blind, lief frei ohne
Blindenstock durch die Welt. Ich erfreute mich an den Farb- und Lichtspielen
und Schattierungen im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Der Tag an dem ich das Tageslicht auch nicht mehr erblicken konnte ist mir
noch so gegenwärtig in Erinnerung, das es immer noch tief in mir zu
schmerzen
beginnt. Ich betete zu Gott, das er mich bitte wenigstens das Licht wieder
sehen
ließe! Leider ist der erwünschte Traum nicht in Erfüllung gegangen.
Der
Kampf mit dem neuen Leben hat mich völlig an den Rand der Verzweiflung
geführt.
Die Vorstellung von nun an so leben zu müssen und z. b. sich selbst nicht
mehr im Spiegel betrachten zu können, wollte ich mir nicht vorstellen und
nicht akzeptieren.
Inzwischen hatte ich auch blinde Kinder und - Erwachsene kennen gelernt, die
mir zeigten, das man sehr wohl als nicht sehender Mensch glücklich und
lebensfroh sein kann. Ich begriff allmählich, das man trotz
Beeinträchtigung, einen Beruf
erlernen, ausüben und eine Familie gründen kann.
Es verhalf mir letztlich dazu, mich doch pö a pö mit der Blindheit
auseinander zu setzen und zu arrangieren.
Ich habe als erste Blinde den Beruf zur Erzieherin gelernt und bin auch
heute in ihm tätig. Seit 20 Jahren mit einem sehenden Mann verheiratet und
bin Mutter von einem Sohn.
Auf meiner Webseite kann man sich unfangreich über meine wieder gefundene
Lebensfreude informieren. Mein Wunsch und Ziel ist es andere damit zu
ermutigen sich nur nicht aufzugeben, es lohnt sich auf jeden Fall.
Wo eine Tür zufällt, geht auch wieder eine auf.
Wer mich nicht kennt, weiß nicht was sonst noch in mir vorgeht. Daher möchte ich dies hiermit auf den Nenner bringen. Ich: 1,58 Cm groß, braunrotes Haar und schlank, blind auf beiden Augen, geboren in Berlin, evangelisch und verheiratet; ein Kind. Manchmal denke ich über diese Adjektive und Verben und Nomen nach, frage mich dann, was sie für mich bedeuten? Zuerst frage ich mich, wer bin ich eigentlich wirklich? Wie so hatte meine Mutter diese Eingebung mich ausgerechnet (Silja) zu nennen? Wer hat ihr dies vorgegeben? Wieso bin ich meinen jetzigen Mann damals über den Weg gelaufen? Wer hat uns zusammen geführt? Vielleicht gibt es doch so etwas wie einen Gott? All diese Fragen bewegen mich so oft! Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre nicht zu früh auf die Welt gekommen und wäre ein ganz normales Baby gewesen. Hätte nicht im Brutkasten hochgepäppelt werden müssen, und hätte dadurch nicht mein Augenlicht einbüßen müssen. Ja, was aber wäre wenn man damals keinen Brutkasten gekannt hätte? Ich wäre wahrscheinlich gestorben! Vielleicht aber lag es auch daran, das meine Mutter schon ganz früh wußte, das sie, wenn sie ein Töchterchen zur Welt bringt es (Silja) nennen wird! Wer es nicht weiß, das Silja von Cecilie abstammt, dem möchte ich dies hiermit berichten. Cecilie ist die Schurzpatronin der Blinden. Daher glaube ich es auch nicht, das es ein Zufall war, das meine Mutter mich (Silja) nannte! Vielleicht, sollte ich auf dieser Welt etwas in Bewegung bringen? Nur leider ist mir heute noch nicht so recht klar, was es sein sollte? Ja, hätte ich also nicht diesen Namen bekommen, vielleicht würde ich jetzt noch sehen können? Denn meine Schwester ist auch ein Brutkastenkind gewesen und kann sehen! Wie oft hatte ich mir damals gewünscht, das es mir genauso ergangen wäre, wie ihr! Habe mich schwer mit diesem Schicksal abfinden können. Ich denke, wenn ich nicht noch mit 11 Jahren auch noch diesen verdammten Autounfall gehabt hätte, wäre ich mit dem was mir von dem, was ich damals noch sehen konnte geblieben, würde ich heute mich viel glücklicher fühlen! Aber vielleicht werde ich noch erfahren, warum ich völlig erblinden sollte! Auch das ich meinen Mann damals auf dem U-Bahnhof kennen gelernt habe, ist sicher auch kein Zufall! Wer steckt dahinter? Mein Mann, wollte damals nie ein Kind, doch mit mir wollte er es dann nach drei Monaten schon, die wir erst zusammen waren. Es ging dann auch recht schnell, das wir Vater und Mutter wurden. Damals hatte ich mich sehr oft gefragt, ob das wirklich die richtige Entscheidung sei? Mein Mann so ein Einzelgänger und ich so eine lebenslustige Frau! Wie oft habe ich mich gefragt: "Was der, den wir Gott nennen, damit bezwecken will? Leider bin ich noch immer nicht dahinter gekommen! Vielleicht werden wir es erfahren, wenn unser Sohn selbst sein eigenes Leben lebt, was unsere Aufgabe in dieser Welt gewesen ist! Bis dahin werde ich das Beste daraus machen und mich bemühen mein Leben so gut wie möglich zu leben. Und mich nicht an Dingen festhalten, die nicht für mich bestimmt sind: z. B. (hätte) oder wäre)! So werde ich nie im Inneren einen Frieden erfahren.
Silja
Ich heiße Silja Korn, wurde 1966 in Berlin geboren und bin drittes von fünf
Kindern.
Im Brutkasten erlitt ich eine Sehbeeinträchtigung.
Mit sechs Jahren wurde ich in die "Hermann Herzog-Schule für Sehbehinderte"
eingeschult.
Durch einen schweren Autounfall mit 12 Jahren, erblindete ich fast völlig.
Darauf hin musste ich zur Blindenschule überwechseln. (August-Zeune-Schule)
Dort absolvierte ich die mittlere Reife und die Grundausbildung in
Bürokommunikation.
Anschließend begann ich die Ausbildung zur Erzieherin an einer
Erzieherfachschule (Oberlinsiminar).
Nach der Ausbildung zur Erzieherin wurde ich im "Öffentlichen Dienst" als
erste blinde stattlich geprüfte Erzieherin eingestellt und bin heute noch im
diesem Bereich tätig.
Ich wählte diesen Berufszweig,
weil ich feststellen mußte , dass sehende
Pädagogen mit Kindern, die spät ihr
Augenlicht verloren haben, sich nicht so recht in diese hineinversetzen
konnten.
Meine Vorstellung war es, zwischen
blindem Kind und sehenden Pädagogen ein Katalysator zu sein.
Die Vorstellung so zu arbeiten, ging nicht In Erfüllung. Ich arbeite heute in
einer Kindertagesstätte, wo mein Schwerpunkt ein anderer ist. Ich
unterstütze die Kolleginnen im Bereich der Spracherziehung nach dem Programm
von Prof. Zvi Penner (Kon-Lab), ziehe aus den Gruppen eins bis zwei Kinder
heraus und übe mit ihnen zusätzlich zum Kitaalltag den Spracherwerb. Darin
habe ich mich in den Jahren, wo ich als Erzieherin tätig bin, spezialisiert.
Dadurch, dass ich nichts sehen kann, müssen die Kinder mehr mit mir reden. Es
reicht nicht nur, z. B. auf den Gegenstand zu zeigen. Denn so lernen sie
auch auf spielerische Art und Weise den Umgang mit einem gehandicapten
Menschen. Diese Aufgabe erfüllt mich, mit tiefer Zufriedenheit, weil ich so,
etwas dazu beitragen kann, dass sie später Menschen mit Beeinträchtigungen
konfliktfreier begegnen können.
Ich bin verheiratet und wir haben einen Sohn.
In der Freizeit spiele ich Tischball und Theater. Schreibe hin und wieder
Kurzgeschichten und kleine Beiträge, die ich auf andere Webportale und auf
meiner Seite sowie bei der Hörzeitschrift "Kultur und Freizeit"
veröffentliche. Wirkte bei einem Buchprojekt bei der Autorin: Jennifer
Sonntag "Hinter Aphrodites Augen" mit einem Beitrag mit. Fotografieren und
malen ist auch eine Leidenschaft von mir. Auf der Webseite Insider Art sind
seit drei Jahren einige meiner Fotoarbeiten ausgestellt. Seit geraumer Zeit, bin
ich Schirmherrin von Insider Art. Auf der Webseite handicapnet24.de wurden
meine Fotoarbeiten mehrfach zum Foto des Monats ernannt.
Eine Auswahl meiner gemalten Bilder, ist auf meiner Seite
www.siljakorn.de zu betrachten.
Die Bilder insgesamt haben bisher an ca. 10 Ausstellungen teilgenommen.
Im Gästehaus der "Gemeinschaft blinder Freunde" in Berlin ist seit
letztem Jahr eine Dauerausstellung meiner ersten gemalten Arbeiten zu
betrachten.
An Kunstprojekten wie zum Beispiel der Berlinbienale,
habe ich ebenfalls mitgewirkt.
Im Letztem Jahr, habe ich im "Minesterium für Soziales" Sehende im
"Dunkel-Bistro" geführt.
Blindenfußball zu spielen, habe ich aufgehört. Beim "Autofahren für Blinde"
habe
ich ich mehrmals teilgenommen und bin ein Trabrennen gefahren, dritter Platz.
Auf Kunstaustellungen im Museum, die extra für uns Blinde aufgearbeitet
wurden, gehe ich so gerne wie in die Oper, ins Theater oder ins Kino, wenn Filme mit
Audio Diskription angeboten werden. Auf ein gutes Konzert gehe ich auch hin
und wieder gern! Musik ist alles für mich, da ich mich dort frei und gelöst fühle.
Zur Zeit nehme ich an einem Geräuschchor teil. Das Thema ist der U-Bahn
Bereich. Für Ende Oktober ist die Ur-Aufführung geplant.
An einigen Fernsehdokumentationsbeiträgen (Behinderte Mütter und deren
Kind/er), sowie in unterschiedlichen Zeitungsbeiträgen habe ich mitgewirkt.
Model stand ich für den Katalog der Schweizer Uhrenmarke "Arsa\", Auguste Reymond (Uhren für Blinde, Sehgeschädigte und Sehende).
Für diese Uhrenmarke bin ich Botschafterin.
2007, bei der Kampagne "Chancengleichheit für alle", wurde ich zum "Face of
the Year" ernannt.
In diesem Jahr, habe ich bei der Kampage "Be Berlin" (Dein Gesicht)
mitgemacht.
An vier Theaterprojekten habe ich bisher teilgenommen.
Mein Motto: Höre nicht nur auf andere, höre auch auf Dich!
Hier steht der Artikel als Text

Mit 13 Jahren verlor Silja ihr Augenlicht - und nichts war mehr wie früher. Wie die junge Frau heute ihren Alltag mit Mann, Sohn und Beruf meistert, erählt sie hier. Ein Unfall vor mehr als 20 Jahren veränderte Silja Korns Leben. Nicht von heute auf morgen. Sondern schleichend und unwiderruflich. "Innerhalb eines Jahres war ich fast blind", erzählt Silja (*36). Als Elfjährige wurde sie von einem Auto angefahren. Dabei erlitt sie eine schwere Gehirnerschütterung - und innere Augenverletzungen. "Aber letzteres haben die Ärzte nicht erkannt", so die Berlinerin. Erst ein Jahr später wurden ihre Augen operiert. Zu spät! Siljas Augenlicht war nicht mehr zu retten. Innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre verlor sie auch noch die letzten fünf Prozent Sehkraft. "Ich habe viel geweint und hatte wahnsinnige Angst davor, von anderen Menschen abhängig zu werden", erinnert sich Silja. Sie konnte und wollte sich mit der neuen Situation nicht abfinden. "Anfangs habe ich mich zum Beispiel einfach gesträubt, die Blindenschrift zu lernen." Denn da war immer die Hoffnung in ihr: "Vielleicht kann ich eines Tages doch wieder sehen." Trotz ihrer inneren Abwehr tastete sie sich langsam an ihr neues Leben heran. Ein Aha-Erlebnis war das Mobilitätstraining in der Blindenschule. Dort lernte die damals 15-Jährige, sich mit Hilfe des langen, weißen Blindenstocks sicher fortzubewegen, Geräusche im Verkehr zu unterscheiden und alleine Bus und U-Bahn zu fahren. "Es war ein tolles Gefühl, richtig befreiend." Die neue Freiheit, die sie sich Schritt für Schritt eroberte, machte Silja Mut, gab ihr Selbstbewusstsein. Das brauchte sie auch, um später ihren Traumberuf Erzieherin zu verwirklichen. Das war nicht einfach. Denn: "Eine blinde Erzieherin hatte es bis dahin noch nicht gegeben", sagt Silja. Nach langem Suchen fand sie schließlich einen Ausbildungsplatz. Heute arbeitet Silja halbtags in einer Kindertagesstätte. Wer sie hier besucht, merkt sofort: Ihre Welt ist kunterbunt. Die Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren sorgen für jede Menge Trubel. "Da es hauptsächlich ausländische Kinder sind, ist es manchmal schwer, sie an ihrer Stimme zu erkennen. Deshalb muss mir jedes Kind seinen Namen sagen und mir die Hand geben, wenn es kommt." Eine große Hilfe ist Silja auch ihr ausgeprägter Geruchssinn. Damit kann sie die Kinder unterscheiden. Wie jede andere Erzieherin liest sie den Jungen und Mädchen Geschichten vor, spielt mir ihnen. "Die Kartenspiele haben zum Beispiel fühlbare Punkte, damit ich die einzelnen Karten erkennen kann." Solche Orientierungspunkte gibt es auch in Siljas Wohnung, und zwar an den Herdknöpfen. "So weiß ich, wie hoch ich das Gas eingestellt habe", sagt Silja. Den Tipp bekam sie von Michaela Franke (*34 ). Die Reha-Lehrerin für lebenspraktische Fertigkeiten zeigt stark sehbehinderten und blinden Menschen, wie sie mit simplen Tricks im Haushalt allein zurechtkommen können. Auf die Idee, sich Hilfe zu holen kam Silja, weil sie Angst vor Feuer hatte und deshalb nicht gerne auf dem Gasherd kochte. Und auch beim Bügeln lief nicht immer alles reibungslos. "Dabei ist es gar nicht schwer. Man muss einfach nur eine Naht als Orientierungshilfe nehmen, bahnenweise vorgehen und immer wieder vorne ansetzen", erklärt Michaela Franke. Dank ihrer Hilfe gibt es jetzt keine Falten mehr beim Bügeln, kocht und backt Silja immer häufiger leckere Gerichte. Um letzteres hatte sich früher ausschließlich ihr Mann Guido (*39), von Beruf Koch, gekümmert. Kennen gelernt haben sich die zwei vor fast 14 Jahren in der U-Bahn. "Es war schon spät. Wir warteten beide auf den nächsten Zug, kamen ins Gespräch", erzählt Guido. "Ich fragte sie, ob sie schon mal versucht habe, mit Schwedenkräutern ihre Augen zu behandeln." Er gab Silja seine Telefonnummer und mit der Zeit freundeten sie sich an, wurden ein Paar. "Silja ist sehr einfühlsam, kann gut zuhören und erkennt schon am Tonfall einer Stimme, wie es jemandem geht", sagt Guido. Im Juni 1991 heirateten die beiden, ein paar Monate später wurde Sohn Fabian geboren. "Anfangs hatte ich Angst, dass ich ihn beim Füttern mit dem Löffel weh tun könnte, aber er hat mir instinktiv schon den Mund hingehalten", erinnert sich Silja. Füttern, Wickeln, Baden - letztlich alles kein Problem, es dauerte halt nur etwas länger. Wie auch sonst im Haushalt, wo alles seine Ordnung haben muss. "Damit Mama sich zurecht findet und nicht erst lange suchen muß", sagt Fabian (*10). Obwohl Silja ihren Alltag so bewundernswert meistert - ihre Blindheit zu akzeptieren, fällt ihr nicht immer leicht. "Ich habe mich damit arrangiert", sagt sie ehrlich und ohne jegliche Verbitterung.
(* Zur Zeit des Interviews)
Bildbeschreibungen in Reihenfolge der Bilder:
Auf ihr Äußeres legt Silja viel Wert. Sie schminkt sich und
liebt Düfte.
Im Bad stehen über 100 Fläschchen Parfum
Eine glückliche Familie: Silja mit ihrem Mann Guido und ihrem zehnjährigen Sohn Fabian.
Jeden Tag fährt die Erzieherin mit der U-Bahn zur Arbeit nach Schöneberg.
Mit der Stenomaschine macht sich Silja Notizen während des Telefonats.
Michaela Franke hat der 36- Jährigen die Angst vor dem Feuer genommen.
Kunst-kennt-keine-Behinderung.de
"Schirmherrin für Insider Art bin ich, weil ich die Arbeit von Frau Gellhorn
sehr schätze und mich durch solch ein ehrenhaftes Amt beteiligen möchte.
Als ich erfuhr, das es auch möglich ist, als ganz normaler Mensch
Schirmherr/in für Insider Art
zu werden, überlegte ich nicht lange und stellte mich zur Verfügung. Es ist für mich eine Ehre Schirmherrin für Insider Art zu sein. Auch möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen, mich bei Frau Gellhorn für ihr Engagement zu bedanken!
Vielen Dank!"
Zeitungsberichte über die Staatliche Anerkennung als Erzieheren. (1989)
Bericht in der Zeitschrift "Tina" (23.05.2002)
Bei der Aufführung der Inszenierung
"Die Nacht der 1000 Fragen" im Zeughaus/Berlin
spielte ich die Blinde. (2003)
Gespräch über die Belange Behinderter wurde im Radio übertragen. (2003, 2004)
Im laufe der Zeit wurden zwei Dokumentationsberichte über "Behinderte",
in denen ich mitwirkte, wiederholt im Fernsehen gezeigt. (2004, 2005)
Bei "Vera am Mittag" war ich eingeladen. (2005)
Bei der Aktion in Berlin "Blinde fahren Auto" wurde ich gefilmt. (2005)
Ein Bericht über die Aktion wurde in den Nachrichten gezeigt (2005)
Weitere Veröffentlichungen und Aktivitäten
sind in den Suchmaschinen und hier auf meiner Seite zu finden.