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Auto fahren

Mein Traum Auto zu fahren ging an einem Sonntag in Erfüllung.
Das diesjährige Auto fahren für Blinde und Sehbehinderte
fand im Driving Center Groß Dölln in der Uckermark statt.
Zu dieser Veranstaltung kamen 400 blinde und sehbehinderte Menschen aus vielen Bundesländern angereist. Ungefähr hundert Fahrschulen hatten sich bereit erklärt mit uns Blinden und Sehbehinderten Auto zu fahren.
Mein "Fahrschullehrer", Inhaber der Fahrschule Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.fahrschule-ballendat.de, ließ mich mit seinem "Schaltwagen" fahren und ich konnte tatsächlich alleine fahren. Er war Beifahrer der nur eingriff wenn es tatsächlich nötig wurde. Was mir besonders gefiel war, das er sehr geduldig mit mir war und keine Angst um sein Auto hatte.
Zum Beispiel ließ er mich 140 Km/h auf einer geraden Strecke fahren; auch durfte ich ausprobieren wie sich das Auto in Kurven verhält, wenn die Straße naß ist und das Auto wegrutscht. Mit seinen wenigen Hilfestellungen hatte ich das Gefühl allein zu fahren.
Beim nächsten mal bin ich wieder dabei!






Blind und sehgeschädigt ein Auto fahren

Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverband Berlin veranstaltet dieses Großereignis (Auto fahren für Blinde und Sehgeschädigte) bereits schon zum zehnten Mal. Am 03.07.2011 war es wieder so weit. Mit großzügiger Unterstützung vom Fahrlehrerverband und dem Driving Center in Groß Dölln. Mein Mann und ich hatten uns auch für das großartige Event angemeldet.. Ein Transfer zum Veranstaltungsort wurde eingerichtet. Wer wollte konnte auch mit seinem PKW dorthin fahren.
Ein vielfältiges Angebot stand bereit: z. B. als Beifahrer auf einem Motorrad, auf einem Quad, hinter dem Lenkrad von einem LKW/Auto zu sitzen oder in einem Porsche mitzufahren, der über eine nasse Strecke gekonnt hin und her driftet. Letzteres habe ich noch nie vorher ausprobiert, hätte dies wohl vor einigen Jahren nicht gewagt, da die Erinnerung an den Unfall als 12jährige so tief in meinem Kopf feststeckte. Nachdem ich Blut geleckt hatte, wollte ich am liebsten nur noch mit dem Porsche fahren. Das ging natürlich nicht, weil andere auch damit fahren wollten. Ja, das war bei vielen sehr beliebt. Man kann schon behaupten, das war die Attraktion schlecht hin. Leicht fiel es mir allerdings anfänglich nicht in das Auto zu steigen. Ich brauchte viel Überwindung dazu,fragte mich, ob ich das wirklich ausprobieren will? Bis ich mir darüber im Klaren war, saß ich schon auf dem Beifahrersitz im Porsche und die Tür fiel neben mir ins Schloß. Gleich darauf ging's los. Der Fahrer sprach beruhigende Worte zu mir und erklärte während der rutschigen Fahrt was jetzt geschieht. Das half mir ungemein! Allmählich entspannte ich mich und konnte die ungewöhnliche Rutsch- und Schleuderpartie tatsächlich genießen. Von ihm erfuhr ich, das man diese Art zu fahren driften nennt.
Durch die langen Wartezeiten an den einzelnen Stationen, hatte ich diesmal nur einmal ein Auto über die dafür vorgesehene Fahrstrecke, mit Unterstützung von einem Fahrlehrer, gefahren. Darüber gibt es einen Bericht im Berliner Kurier vom 04.07.2011.
Silja im LKWAm Ende des Tages saß ich noch hinter dem Lenkrad von einem 7,5 Tonner. Der Einstieg in solch ein Gefährt war echt grandios. Endlich beim Führerhaus angekommen, hatte man den Eindruck, als würde man in ein Wohnzimmer klettern. Die Sitze und der weiche Teppich vermittelten mir das Gefühl als säße man auf einer Wolke. Völlig überrascht war ich jedoch, wie leicht sich der LKW lenken und schalten und fahren ließ. Rundum zufrieden ging ich zusammen mit meinem Mann zum Ausgangspunkt zurück, denn auch die aufregendste Zeit geht irgend wann ein mal zu Ende. Im Bus lehnte ich mich angenehm geschafft zurück und ließ den herrlichen Tag noch einmal Revue passieren.
In zwei Jahren, werde ich wieder am Autofahren für Blinde und Sehgeschädigte teilnehmen.
Vielleicht stellt ja jemand, für diesen Tag, einen alten Trecker zur Verfügung? So einen richtig alten Trecker, der "Kult, Kult" macht.
Silja auf dem TreckerMit diesem konnte ich leider nicht fahren. Meinem Gatten gelang es nicht, diesen Trecker anzuschieben, schade.