Die City Stiftung Berlin und der Schaustellerverband Berlin e. V. luden am
23.06.2011 im Rahmen der Aktion "Augen-Licht" blinde und sehbehinderte
Besucher
auf das Deutsch-Französische Volksfest ein.
Um 15.00h trafen wir uns auf dem Zentralen Festplatz Kurt-Schumacher-Damm vor dem Eingang am Riesenrad.
Herr Helias "Präsident" der City Stiftung Berlin und ein Herr vom
Schaustellerverband Berlin e. V. hießen uns dort herzlich willkommen.
Bevor wir uns auf die Karussells stürzten, erhielten wir eine Stärkung.
Jeder durfte sich ein Getränk seiner Wahl aussuchen und dazu ein Bratwürstchen verspeisen.
Herr Helias hielt eine Kurze Ansprache in der er auch bekannt gab, das ich
zur Botschafterin für die Aktion "Augen-Licht" von der City Stiftung ernannt
worden bin. Das rührte mich zu tiefst!
Des weiteren erhielten wir vom Schaustellerverband Berlin e. V. Gutscheine
für die unterschiedlichsten Karusells.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging´s zum "Expo Star", einem der größten
transportablen Riesenräder weltweit mit 58 m Höhe. In solch einem Riesenrad
habe ich vorher noch nie gesessen.
Danach ging´s zum Autoscooter. Diesmal
wollte ich dieses Gefährt über die Fläche lenken. Ich setzte mich also hinter das
Lenkrad und meinen Mann neben mich. Er sagte fahr mal los! Dafür mußte ich
mit dem Fuß auf das "Gaspedal" drücken. Es schoß dann auch gleich mit Karacho,
mit uns los. Wärend der Fahrt, wollte ich die Plätze tauschen, weil es mir
hinter dem Steuer doch zu heiß wurde. Mein Mann ließ sich darauf nicht ein,
sondern lachte und meinte nur, das ich das schon schaffen werde. So war es
dann auch und ich bekam allmählich richtig Freude daran die anderen anzustupsen.
Vom Autoscooter ging es gleich zur Geisterbahn. Die hatte ich anders in
Erinnerung. Das Fürchten blieb leider aus. Herr Helias schlug dann vor, zum
Spiegellabyrint
zu gehen.
Ich ahnte nicht, auf was wir uns da wahrhaftig einließen. Mein erster
Gedanke war aber, ach da sind wir Sehgeschädigten den Sehenden bei weiten im
Vorteil.
Völlig daneben getippt! Auch wir, die geübt sind, mit den Händen, den Weg im
dunklen Raum ohne Stock zu finden, sind da an unsere Grenzen gestoßen. Es
blieb einem auch wenig Zeit, sich zu orientieren, da hinter einem immer neue
Personen ins Labyrint traten. Der Ausgang war mit zwei weichen Rollen die
sich auch noch dazu in die falsche Richtung drehten verdeckt. So dass einige
glaubten, es würde dort nicht weitergehen. Bis sich jemand wagte, sich durch
den schmalen Spalt der zwischen den beiden Rollen war zu quetschen dauerte schon etwas.
Letztendlich waren wir doch alle erleichtert wieder draußen angelangt zu
sein.
Von dort ging's zur Achterbahn, die ich ignorieren wollte. Denn als
14jährige war ich einmal damit gefahren, genau mit dieser Achterbahn; und
danach nie
wieder. So sehr hat mich diese Erfahrung geprägt. Inzwischen sind 31 Jahre
vergangen. Das erzählte ich meinen Mann. Dann wäre es wirklich höhste Zeit
meinte
er da nur, es noch mal zu wagen. Silja spring über Deinen Schatten, sprach
er sanft auf mich ein. Gut, ich versuchs! Mit weichen Knieen und Herzsausen
stieg ich in den Wagen. Nun war ich froh, das ich nichts sehen kann, denn
ich schrie wie eine... Als ich aus den Wagen stieg, zitterten meine Knie
noch
immer. Irgendwie konnte ich es immer noch nicht so recht fassen, das ich
Achterbahn gefahren war. Jetzt gehen wir an den Karusells Walzerbahn und
Schlittenfahrt vorbei sprach mein Mann amüsiert zu mir. Die sind hamloser
als Achterbahn. Wollen wir? Komm lass uns damit fahren Innerlich fragte ich
mich, ob ich das denn noch überstehen würde? Gesagt habe ich dann, "okay laß uns
dort hingehen". Ich habe es sogar überlebt und denke beim nächsten
Rummelbesuch werde ich mit diesen beiden Karusells mit Gewißheit ohne Angst fahren können.
Bevor wir den Festplatz verließen, fuhren mein Mann und ich noch eine andere Achterbahn. Die war einer Bergbaubahn nach empfunden. Mit Skepsis ließ ich mich darauf ein, mußte dann aber feststellen, das meine Gedanken dann
unbegründet waren.
Sollte mal wieder solch ein Rummelbesuch geplant werden, dann bin ich auf
jeden Fall dabei, wenn ich darf.
Vielen Dank an die City Stiftung Berlin und an den Schaustellerverband
Berlin e. V. das sie uns einen solch herrlichen Nachmittag ermöglicht haben.
Die City Stiftung Berlin und Herr Wollenschläger luden uns am 04.10.2011 um
15.00h im Rahmen der Aktion "Augen-Licht" auf das Oktoberfest
Berlin-Brandenburg ein. Zum Programm gehörten der Besuch des "Nostalgischen
Jahrmarktes" und des Löwenbräu-Festzeltes mit freier Verpflegung. Wir wurden
von Herrn Helias Präsident der City Stiftung Berlin und vom Veranstalter
Herrn Wollenschläger am Haupteingang zum Festgelände am Brunsbütteler Damm,
empfangen und begleitet.
Von dort aus ging es gleich zum Löwenbräu-Festzelt mit über 1.000
Sitzplätzen. Es wurden uns eine große Schweinshaxe und Getränke nach Wahl
serviert. Die Stimmung im Zelt war schon in vollen Gange als wir dort
ankamen.
Nachdem wir unseren Hunger mit der köstlichen Schweinshaxe
gestillt hatten, ging es auf zum "Nostalgischen Jahrmarkt" mit Fahrgeschäften,
die fast alle 100 Jahre alt sind.
Wir steuerten direkt auf das große
Riesenrad zu. Es erinnerte mich an meine Kindheit. Der Wind wehte leicht um
unsere Köpfe herum.
Danach wollten wir zum Autoscooter. Herr Wollenschläger
drückte jeden einige Chips in die Hand. Ausgelassen fuhren wir los. Manche
von uns Sehgeschädigten saßen am Steuer. Es machte mir wieder großen Spaß!
Mein Mann dirigierte mich über die Fahrfläche. Als wir aus den Scootern
stiegen, erwartete uns eine Überraschung.
Die Frauen bekamen ein
Lebkuchenherz von Herrn Wollenschläger überreicht. Jede von uns erhielt eins
mit einem anderen Spruch um den Hals gelegt. Die Männer bekamen gebrannte
Mandeln. Wir Frauen glucksten wie glückliche kleine Mädchen.
Mit der
altertümlichen Walzerbahn wollte ich auch unbedingt fahren. Das letzte mal
als ich damit gefahren war, ist inzwischen schon 30 Jahre her. Während
der Fahrt kamen die alten Erinnerungen wieder hoch. Damals hatte ich dabei
ziemlich doll herumgeschrieen. Am Ende sind wir noch beim Kettenkarussell
vorbei gegangen. Dort war dann unsere Vergangenheitsreise auf dem
historischen Jahrmarkt zu Ende.
Meinem Gatten und mir hat es gut gefallen, mal
wieder in die Kinderjahre zurückversetzt worden zu sein.
Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, noch auf einen alten Traktor zu
klettern, der auf dem Festplatz stand.
Vielen Dank noch mal an Herrn Helias, an Herrn Wollenschläger und dessen Gattin, dass sie
uns dies ermöglicht haben.
Herr Helias von der City Stiftung Berlin und der Veranstalter Herr
Wollenschläger luden uns Sehgeschädigte am 15.12.2011 um 15.00h zu einem Rundgang über den traditionellen Spandauer Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt ein.
Treffpunkt war vor dem Spandauer Rathaus, dort empfing uns Herr Helias.
Weiter ging es dann zu einer Gaststube, die mit einer steilen Treppe
versehen war.
Oben angekommen, suchte sich jeder einen gemütlichen Sitzplatz aus.
Herr Wollenschläger und der Weihnachtsmann hießen uns mit heißen Getränken
und leckeren Speisen willkommen. Nachdem wir uns mit heißen Kakao, Glühwein,
Kaffee und Bratwurst oder gegrillten Pilzen den kalten Bauch wonnig erwärmt
hatten zauberte der Weihnachtsmann noch etwas aus seinem Sack hervor. Gebrannte Mandeln
und ein Weihnachtsrätsel bezogen auf diesen Ort (Spandauer
Weihnachtsmarkt). Wir wurden ganz schön vom Weihnachtsmann gefordert.
Er stellte z. b. die Frage, wie lange Herr Wollenschläger den
Weihnachtsmarkt schon bewirtschaftet? ... Auf diese Frage hatte ich die richtige Antwort. 10 Jahre. Dafür erhielt ich einen Kuschelhund. Der trohnt
nun auf unserer Couch. Danach ging es dann noch aufs Riesenrad. Das war ganz
schön frisch muss ich schon ehrlich zugeben! Aber es hat was!
Mit meinem Gatten und noch anderen Sehgeschädigten Gästen eroberten wir uns
noch den Weihnachtsmarkt mit seinen vielen bunten Ständen.
Der Nachmittag hat meinem Gatten und mir gut gefallen.
Einen herzlichen Dank noch an dieser Stelle an Herrn Helias und an Herrn
Wollenschläger, das sie uns dies ermöglicht haben.